Was ist Vitamin B12?

Wie bei den meisten Entdeckungen in der Medizin kamen die Forscher dem Vitamin B12 auch eher zufällig auf die Spur. Sie behandelten Hunde, die an einer bösartigen Blutarmut (perniziöse Anämie) litten, indem sie ihnen rohe Tierleber zu fressen gaben. Statt wie üblich an der Krankheit zu verenden, erholten sich die Tiere und galten nach einiger Zeit als geheilt. Diese Experimente stammen aus den 20 Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Der amerikanische Pathologe George H. Whipple hatte die Versuchsreihe initiiert.

Auf der Suche nach dem Wirkstoff

Danach setzte eine intensive Suche nach der Antwort auf die Frage ein: Welche Bestandteile der Leber haben zu der Heilung der Tiere geführt? Wenige Jahre später isolierten die amerikanischen Ärzte George R. Minot und William P. Murphy einen so genannten „Antiperniziosa – Faktor“ in der Leber, der auch beim Menschen Wirkung zeigte. Auch sie wurden wie vorher die Hunde von nun an mit frischer Tierleber therapiert. 1934 erhielten alle drei Mediziner für diese fächerübergreifende Forschung den Nobelpreis für Medizin.

Doch noch wussten die Wissenschaftler nicht, welcher Stoff die gewünschte Heilung der schweren und in der Regel tödlich verlaufenden bösartigen Anämie herruft. Es sollte weitere zehn Jahre dauern. Zwei Forschungsteams, ein Biochemikerteam arbeitete in den Vereinigten Staaten von Amerika unter der Leitung von Karl A. Folkers, das andere bestand aus Chemiker und nahm in Großbritannien unter Führung von E. Lester Smith die Arbeit auf, machten sich beinahe zeitgleich auf die Suche nach dem Wirkstoff. Und beiden gelang es, erstmals das Vitamin B12  in kristalliner Form zu isolieren. Seitdem ist es unter der Fachbezeichnung Cyanocobalamin bekannt. Nachdem sich eine dritte Wissenschaftlerin, die Biochemikerin Dorothy C. Hodgkin mit dem Wirkstoff beschäftigt hatte, konnte nun auch die Molekularstruktur des Vitamins entschlüsselt werden. Für diese Arbeit erhielt die Wissenschaftlerin 1964 den Nobelpreis für Chemie. Anfang der siebziger Jahre schließlich gelang es Albert Eschenmoser und Robert B. Woodward erstmals, das Vitamin B12    synthetisch zu erzeugen. Bis heute ist das Vitamin das größte in Laboren total synthetisierte Molekül.

Das Vitamin und seine Bedeutung für den menschlichen Körper
Cyanocobalamin ist geruchlos und hat eine tiefrote Farbe. Die Kristalle lösen sich in Wasser und Alkohollösungen mit wenig Alkohol nur schwer auf. Die Substanz ist hitzebeständig, dafür aber lichtempfindlich. Daher müssen Lebensmittel, Tabletten und Lösungen,  in denen das Vitamin enthalten ist, vor hellem Licht geschützt werden. Benötigt wird das Vitamin zur Blutbildung, genauer gesagt zur Bildung neuer roter Blutkörperchen (Erythrozyten). Außerdem wirkt es sich fördernd auf das Wachstum, die Zellteilung und Zellreifung aus und ist darüber hinaus an wesentlichen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Auch das Nervensystem benötigt das Vitamin, um reibungslos funktionieren zu können. Die Leber speichert das Vitamin bis zu zehn Jahren. Um diesen ständigen „Vorrat“ an Vitamin B12 nicht aufzubrauchen, ist es notwenig, regelmäßig Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte zu sich zu nehmen, in denen das Vitamin enthalten ist. Zu Mangelerscheinungen kann es bei einer streng veganen Ernährung kommen.

Der Darm ist zuständig für die Aufnahme von Vitamin B12
Über die Darmschleimhaut gelangt das aufgenommene Vitamin B12 schließlich in den Blutkreislauf. Dies geschieht mithilfe eines Transporteiweißes, das im Magen freigesetzt wird und sich an das Vitamin bindet. Bei älteren Menschen kann es zu einer Verminderung dieser Eiweißproduktion kommen. Somit kann das Vitamin auch nicht über den Darm in den Blutkreislauf gelangen. Der Körper muss auf die Reserven in der Leber zurückgreifen, was zwangsläufig über kurz oder lang zu dem ungewollten Vitaminmangel führt. Täglich drei Mikrogramm Vitamin B12, aufgenommen durch die Nahrung, reichen, um das Reservoir in der Leber immer wieder zu erneuern. Der Mangel schließlich macht sich zunächst durch Befindlichkeitsstörungen wie Kribbeln in Händen und Füßen, Abgeschlagenheit und Müdigkeit, Schwäche und Konzentrationsstörungen bemerkbar.

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